Was die Ergebnisse für den Alltag bedeuten
Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Schlaf – neben Ernährung und Bewegung – ein dritter wichtiger Faktor für das Körpergewicht ist. Wer unter Heißhungerattacken, Frustessen, häufigem Überessen oder ungewollter Gewichtszunahme leidet, sollte daher neben der Lebensmittelauswahl und ausreichend Bewegung auch die eigenen Schlafgewohnheiten im Blick behalten.
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Schlafen: Zwölf überraschende Fakten
Schlaf-Fakten
Wie schlummert man richtig gut? Wie viel Schlaf ist genug? Schlaf ist gleich Schlaf? Mitnichten! Hier zwölf Fakten, die Sie noch nicht übers Schlafen wussten.
Beschwingtes Nickerchen
Das Mittagsschläfchen in der Hängematte oder dem Schaukelstuhl lässt einen nicht nur schneller einschlafen – der Schlaf ist auch erholsamer. Kulturell ist das schon lange bekannt: Babys wiegt man in den Schlaf.
Genügend Schlaf ist relativ
Im Alter von zehn Jahren sind es um die neun bis neuneinhalb Stunden Schlaf, bei Zwölfjährigen zwischen acht und achteinhalb Stunden und im Alter von 16 bis 18 Jahren sind es nur noch sieben Stunden. Nach dieser Zeit, so fanden Wissenschaftler heraus, waren die Kinder am nächsten Tag am leistungsfähigsten. Das deckt sich auch mit einer anderen Studie, die besagt: Je älter man ist, desto weniger Schlaf braucht man.
Schlaf mal drüber?
Gerade nach schlimmen Erlebnissen sollte man nicht gleich ins Bett gehen und drüber schlafen. Denn dann festigt sich das negative Gefühl zur Erinnerung, wie Wissenschaftler nachgewiesen haben.
Besser ohne Alkohol
Auch wenn so mancher nach ausgiebigem Alkoholkonsum in einen traumlosen Schlummer sinkt – der Schlaf ist weniger erholsam. Dieser Effekt wird umso stärker, je mehr Alkohol in den Adern fließt.
Empfindliche Frauen
Frauen fühlen sich durch das Schlafverhalten eines anderen im Bett mehr gestört als andersherum. Das haben Forscher aus Wien herausgefunden. Frauen müssen demnach empfindsamer sein, um besser reagieren zu können – zum Beispiel, wenn der Nachwuchs schreit. Männer fühlen sich dagegen in der Gruppe besonders sicher – und schlafen mit einer Frau an ihrer Seite tief und fest.
Angst vorm Dunkeln
Manche Erwachsene, die an Schlafstörungen leiden, haben eigentlich Angst vor der Dunkelheit – diese Erkenntnis stellten Wissenschaftler auf der SLEEP 2012, einem Kongress für Schlafforscher vor. Licht soll bei Dunkelangst allerdings nicht wirken. Daher hilft nur eines: sich den Nachtgespenstern stellen.
Weiblicher „Schönheitsschlaf“
Frauen lassen ihren Kopf gerne ein bisschen länger in den Kissen ruhen – das ergab zumindest eine Studie, die die Daten von 5.500 Nutzern einer Gesundheits-App auswertete. Durchschnittlich 30 Minuten mehr Schlaf gönnt sich das weibliche Geschlecht.
Verschlafene Niederländer
Die gleiche Untersuchung ließ auch im Ländervergleich mit 20 Ländern tief blicken: Demnach schlafen Niederländer im Ländervergleich durchschnittlich am meisten, nämlich 8 Stunden und 12 Minuten. Am wenigsten Schlaf bekommen die Japaner und Bewohner von Singapur mit um die 7 Stunden. Die Deutschen liegen mit 7 Stunden und 45 Minuten im Mittelfeld.
Kurzschläfer-Gen
Manche brauchen einfach weniger Schlaf als andere. Einen Grund dafür haben Forscher jetzt gefunden: Eine Genmutation beeinflusst die Dauer, die jemand für die nächtliche Erholung braucht. Träger der Mutation kommen mit deutlich weniger Schlaf aus und verkraften auch Schlafmangel besser. Wie oft das Kurzschläfer-Gen tatsächlich vorkommt, darauf sucht die Forschung noch Antwort.
Schlaf schützt vor Erkältung
Im Schlaf erholt sich nicht nur der Geist – auch das Immunsystem kann seine Reserven wieder auffüllen. Das bedeutet, wer darauf achtet, genügend Schlaf abzubekommen, ist auch ganz konkret vor Erkältungen besser gefeit. Das ergab eine amerikanische Studie bei der Probanden, die eine Woche lang weniger als fünf Stunden geschlafen hatten, deutlich anfälliger für Erkältungs-Viren waren.
Seitenschläfer im Vorteil
Im Schlaf wird die Müllabfuhr im Hirn aktiv. Ausschlaggebend für eine erfolgreiche „Gehirnwäsche“ ist nicht nur die Schlafdauer, sondern auch die Schlafposition. Laut Forschern der Stony Brook Universität in New York fördert es den Abtransport von Schadstoffen, wenn sich der Schläfer – und damit auch das Gehirn – in Seitenlage befinden. Den Beweis traten sie zwar bei Mäusen an, die Wissenschaftler glauben aber, dass das Ergebnis auch auf Menschen übertragbar ist.
Je älter, desto besser
Von wegen senile Bettflucht: Je älter die Menschen sind, umso zufriedener sind sie mit der Qualität ihres Schlafes. Das stellten Forscher bei einer Untersuchung an 150.000 Amerikanern fest.
Von Luise Heine
Medizinredakteurin und Biologin
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