Stuttgart vs Borussia Dortmund: Bundesliga Preview & Key Battles

by ethan.brook News Editor

Niko Kovac steht vor einer der schwierigsten Aufgaben seiner kurzen Amtszeit bei Borussia Dortmund. Nach einem dramatischen 3:2-Sieg gegen den HSV, bei dem die Mannschaft einen 0:2-Rückstand aufholte, fordert der Trainer nun Konsistenz. Für das kommende Duell in der MHPArena gegen den VfB Stuttgart hat Kovac eine klare Message ausgegeben: Die Leistung der zweiten Halbzeit aus Hamburg muss über die vollen 90 Minuten abrufbar sein.

„Wir müssen über 90 Minuten das zeigen, was wir gegen Hamburg in der zweiten Halbzeit gezeigt haben”, sagte Kovac im Vorfeld der Partie. Die Anforderung ist spezifisch und dringlich. Im Titelrennen der Bundesliga, wo jeder Punkt zählt, reicht es nicht mehr, nur Phasenweise zu dominieren. Dortmund liegt aktuell neun Punkte hinter Spitzenreiter Bayern München, während der direkte Verfolger aus Stuttgart nur acht Zähler entfernt auf Platz drei lauert.

Die Situation am Samstag wird als „Zweiter gegen Dritter” bezeichnet – ein Duell, das die Tabelle nachhaltig verändern könnte. Kovac weiß, dass der BVB in Stuttgart liefern muss, um die eigenen Ambitionen aufrechtzuerhalten. „Das wird entscheidend sein, denn wenn uns das nicht gelingt, wird es sicherlich deutlich schwerer, überhaupt etwas aus dem Spiel mitzunehmen”, erklärte der 53-Jährige. Der Anspruch ist unmissverständlich: „Wir wollen das Spiel gewinnen.”

Personelle Sorgen und taktische Optionen

Die Vorbereitung auf dieses Schlüsselspiel wurde jedoch durch einen herben Rückschlag getrübt. Der BVB muss im Mittelfeld auf Felix Nmecha verzichten. Der 26-Jährige zog sich im Spiel gegen Hamburg eine Knieverletzung zu und wird voraussichtlich für den Rest der Saison ausfallen. Dies ist ein signifikanter Verlust für die Rotation und die Defensivstabilität im Zentrum.

Trotzdem zeigt sich Kovac zuversichtlich, was die personelle Breite angeht. Er verwies auf die vorhandenen Alternativen im Kader. „Wir haben [Julian Brandt], einen Spieler, der ihn ersetzen kann. Wir haben Carney [Chukwuemeka]. Wir haben ein, zwei Optionen”, sagte Kovac. Die Entscheidung über die Startaufstellung will er sich jedoch noch offenhalten. „Die Jungs sind auf jeden Fall hochmotiviert und bereit fürs Wochenende. Aber ich will die Entscheidung jetzt noch nicht treffen, ich warte bis Samstag.”

Julian Brandt, der oft als kreativer Kopf im letzten Drittel agiert, könnte eine offensivere Variante bedeuten, während Carney Chukwuemeka mehr physische Präsenz und Dynamik in die Mitte bringen würde. Diese taktische Flexibilität wird gegen einen Stuttgarter Gegner benötigt, der unter Sebastian Hoeneß defensiv sehr diszipliniert steht.

Duell der Torjäger: Undav gegen Guirassy

Neben dem taktischen Schachzug zwischen den Trainern rückt auch ein individuelles Duell in den Fokus, das die Geschichte der Bundesliga schreiben könnte. Auf Seiten des VfB Stuttgart steht Deniz Undav. Der deutsche Nationalspieler befindet sich in einer Torserie, die seinesgleichen sucht. Undav, der erst am Montag in der MHPArena für Deutschland traf, hat erstmals in seiner Karriere in sechs Bundesliga-Spielen in Folge getroffen.

Mit einem weiteren Treffer am Samstag könnte er den Vereinsrekord des VfB einstellen, der aktuell von Fredi Bobic (Saison 1995-96) und Sasa Kalajdzic (Saison 2020-21) gehalten wird. Seit der Jahrtausendwende haben nur zwei deutsche Spieler in sieben Bundesliga-Spielen in Folge getroffen: Stefan Kießling (2013, Bayer Leverkusen) und Timo Werner (2019, RB Leipzig). Undav kommt in dieser Saison bereits auf 18 Treffer und hat damit seine Bestmarke aus der Spielzeit 2023-24 egalisiert.

Auf der anderen Seite steht Serhou Guirassy. Für den Dortmunder Stürmer ist das Spiel gegen seinen Ex-Klub stets von besonderer emotionaler Bedeutung. Die Statistik spricht für seine Effizienz: Seit Beginn der Saison 2023-24 hat in der Bundesliga nur Bayerns Harry Kane (114) mehr direkte Torbeteiligungen gesammelt als Guirassy (67). Seine Motivation, gegen Stuttgart ein Zeichen zu setzen, dürfte kaum größer sein können.

Statistischer Vergleich der Kontrahenten

Die Zahlen vor diesem Spiel unterstreichen die Ausgeglichenheit der beiden Teams, auch wenn die historische Bilanz eine klare Sprache spricht.

Statistischer Vergleich der Kontrahenten
Vergleich der Form und Historie vor dem 28. Spieltag
Statistik VfB Stuttgart Borussia Dortmund
Punkte nach 27 Spielen 53 (Zweitbeste Saison) 61 (Beste seit 7 Jahren)
Letzte 14 Spiele (Bilanz) 1 Niederlage (9 Siege, 4 Unentschieden) N/A (Fokus auf Hamburg-Comeback)
Schüsse aufs Tor pro Spiel 6,0 (Platz 2 hinter Bayern) N/A
Gegenschüsse aufs Tor pro Spiel N/A 3,5 (Nur Bayern besser mit 2,7)
H2H unter Hoeneß gegen BVB Unbesiegt (5 Siege, 2 Unentschieden) 0 Siege in letzten 7 Pflichtspielen

Die Tabelle zeigt eine interessante Diskrepanz. Während Dortmund die bessere Abwehrstatistik aufweist und nur 3,5 gegnerische Schüsse aufs Tor pro Partie zulässt, hat Stuttgart unter Sebastian Hoeneß eine psychologische Hürde aufgebaut. Unter dem aktuellen Trainer hat der VfB keines der sieben Pflichtspiele gegen Dortmund verloren. Dies steht im starken Kontrast zu den 17 Duellen zuvor, in denen Stuttgart 14 Niederlagen kassierte.

Stuttgart spielt mit 53 Punkten nach 27 Spielen seine zweitbeste Bundesliga-Saison überhaupt; nur in der Vizemeister-Saison 2023-24 hatten sie zu diesem Zeitpunkt mehr Zähler (57). Der VfB hat nur eines seiner letzten 14 Bundesliga-Spiele verloren – das 1:2 beim FC St. Pauli Anfang Februar. Diese Konstanz macht sie zu einem gefährlichen Gegner, der selten etwas verschenkt.

Prognose und Ausblick

Die Experten von Opta sehen das Spiel als offen an, tendieren jedoch leicht zu den Hausherren. Die Opta-Siegwahrscheinlichkeit beziffert die Chancen für Stuttgart auf 41,1 Prozent, während Dortmund mit 35 Prozent leicht im Hintertreffen liegt. Ein Unentschieden wird mit 23,9 Prozent Wahrscheinlichkeit berechnet.

Dortmund spielt mit 61 Punkten nach 27 Spielen seine beste Bundesliga-Saison seit sieben Jahren; 2018-19 standen sie zu diesem Zeitpunkt bei 63 Punkten. In der Drei-Punkte-Ära hatte ein Zweitplatzierter nach 27 Spielen nur einmal mehr Punkte – ebenfalls Borussia Dortmund in der Saison 2015-16 (64 Punkte). Diese historische Einordnung zeigt, dass die aktuelle Mannschaft auf einem sehr hohen Niveau operiert, aber die Luft nach oben zum Meister noch dünn ist.

Nur Bayern München kommt in dieser Bundesliga-Saison auf mehr Schüsse aufs Tor pro Spiel (8,7) als Stuttgart (6,0). Das deutet darauf hin, dass Dortmund in der Defensive besonders gefordert sein wird, die Räume für die Stuttgarter Angreifer zu schließen. Wenn Kovacs Forderung nach einer Steigerung über 90 Minuten erfüllt wird, hat der BVB die Qualität, diese statistische Hürde zu nehmen.

Der Anpfiff zum Duell in der MHPArena erfolgt am Samstag. Beide Teams werden versuchen, den Abstand zur Spitze zu verkürzen bzw. Zu verteidigen. Für die Fans bedeutet dies ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem taktische Disziplin und individuelle Klasse den Ausschlag geben werden.

Wir werden die Entwicklung der Tabelle und die Reaktionen der Trainer nach dem Spiel weiter verfolgen. Bleiben Sie dran für weitere Analysen und Updates direkt aus dem Stadion.

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